Ich habe Angst, etwas falsch zu machen – was Eltern beim Trockenwerden wirklich verunsichert
- Isabelle

- 10. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Viele Eltern sprechen es nicht laut aus.
Aber sie fühlen es.
Gerade beim Trockenwerden.
Mache ich es richtig?
Soll ich warten oder handeln?
Was, wenn ich etwas falsch mache?
In dieser Unsicherheit greifen wir oft zu Tipps, die wir hören oder lesen.
Was Eltern einander raten
In Gesprächen, Foren oder im Alltag tauchen immer wieder ähnliche Sätze auf:
„Lass die Windel einfach weg, dann klappt es schon.“
„Mach ein Belohnungssystem – das motiviert die Kinder.“
Diese Tipps entstehen nicht aus Gleichgültigkeit.
Sondern aus dem Wunsch heraus, zu helfen.
Und gleichzeitig zeigen sie etwas ganz Wichtiges:
Rund um das Trockenwerden wird sehr viel geraten.
Wenn uns die Orientierung fehlt
Viele dieser Ansätze entstehen, weil uns ein klarer Bezugspunkt fehlt.
Was passiert im Körper eines Kindes eigentlich, wenn es trocken wird?
Ohne dieses Verständnis versuchen wir, das Verhalten des Kindes von aussen zu beeinflussen.
Doch Entwicklung beginnt nicht im Verhalten.
Sie beginnt im Körper.
„Einfach die Windel weglassen“ – was dabei oft fehlt
Wenn wir die Windel weglassen, verändern wir die Erwartung an das Kind.
Es soll nun auf das Töpfchen gehen.
Doch vielen Kindern fehlt in diesem Moment etwas Entscheidendes:
das innere Gefühl für den körperlichen Vorgang.
Sie wissen vielleicht, was sie tun sollen.
Aber nicht wie es sich im Körper anfühlt, wenn sie müssen.
Was dann entsteht, ist oft Unsicherheit.
Und manchmal auch Widerstand.
Nicht, weil das Kind nicht will.
Sondern weil ihm die Orientierung fehlt.
Belohnungssysteme – und was sie ersetzen
Belohnungen können kurzfristig funktionieren.
Das Kind geht aufs Töpfchen –und bekommt dafür eine Rückmeldung von aussen.
Doch dabei passiert etwas im Hintergrund:
Die Aufmerksamkeit verschiebt sich.
Weg vom eigenen Körper.
Hin zur Belohnung.
Das Verhalten wird von aussen gesteuert.
Der Ablauf wird gelernt wie ein Muster:
„Jetzt gehe ich – dann bekomme ich etwas.“
Doch das ersetzt nicht das innere Gefühl:
Wann muss ich eigentlich?
In stressigen oder unsicheren Situationen zeigt sich das oft deutlich:
Kinder nässen wieder ein. Oder brauchen nachts weiterhin eine Windel.
Nicht, weil sie etwas „verlernt“ haben.
Sondern weil das Körpergefühl noch nicht stabil verankert ist.
Was Kinder wirklich brauchen
Trockenwerden ist kein Training.
Es ist ein Prozess, bei dem Kinder lernen,
ihren Körper wahrzunehmen
Signale einzuordnen
und darauf zu reagieren
Dafür brauchen sie:
Orientierung
Wiederholung
Sicherheit
und eine ruhige, klare Begleitung
Nicht Druck.
Und auch keine Perfektion.
Ein anderer Blick auf Entwicklung
Es geht nicht darum, alles richtig zu machen.
Sondern darum, zu verstehen, was im Körper deines Kindes passiert und wie du ihm Orientierung geben kannst
Damit etwas ganz Wichtiges entstehen kann:
intrinsische Motivation
Der Wunsch des Kindes, Verantwortung für den eigenen Körper zu übernehmen.
Wenn du tiefer eintauchen möchtest
Genau darum geht es in meinem Kurs:
🌿 Trockenwerden – biologisch begleiten
Du erfährst:
wie Kinder Ausscheidung erleben
warum manche Prozesse ins Stocken geraten
und wie du dein Kind sicher und klar begleiten kannst
🗓 23. April | Online





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