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Laute Nacht - statt stille Nacht?!

Weihnachten mit Baby

Weihnachten ist laut.

Viele Menschen.

Viele Stimmen.

Neue Gerüche, Lichter, Hände, Erwartungen.


Für uns Erwachsene ist das oft schon viel.

Für Babys erst recht.


Und trotzdem höre ich in dieser Zeit oft Sätze wie: „Eigentlich war es schön – aber seit wir wieder zu Hause sind, weint mein Baby viel mehr als sonst.“


Für mich war diese Zeit immer sehr Gefühlsbeladen. Und ich kenne auch die Gedanken, die dann kommen.

Dabei ist es kein Zufall.

Sondern Biologie.


Babys speichern Eindrücke – und entladen sie später.


Babys sind von Geburt an unglaublich kompetent.

Sie nehmen wahr, spüren, registrieren – viel mehr, als wir oft denken.

Was sie aber noch nicht können: All diese Eindrücke sofort selbstständig verarbeiten.

An Feiertagen werden sie gehalten, schlafen zwischendurch, trinken, beobachten.

Lautes Stimmengewirr.

Viele visuelle Reize.


Erst danach, in der sicheren Umgebung zu Hause, darf sich zeigen, was zu viel war.

Dann kommt das Weinen.

Unruhe.

Ein stärkeres Nähebedürfnis.

Nicht, weil Weihnachten falsch war. Sondern weil Verarbeitung Raum braucht.


Die innere Frage, die mich lange begleitet hat

Wenn mein Baby dann weinte, kam in mir immer wieder dieselbe Frage auf:

Hätte ich es davor schützen müssen? War das zu viel? Habe ich etwas falsch eingeschätzt?

Und oft kam mit diesen Fragen auch ein schlechtes Gewissen.

Was mir sehr geholfen hat zu verstehen, war Folgendes:


Babys bewerten nicht.

Für sie sind Eindrücke erst einmal neutral.

Sie sind weder gut noch schlecht.

Sie sind einfach Erfahrung.

Und Erfahrungen wollen reguliert und im Körper „verdaut“ werden.


Warum mich dieses Wissen entlastet hat

Als mir klar wurde, dass mein Baby die Feiertage nicht bewertet, sondern einfach erlebt,

konnte ich innerlich ruhiger werden.

Ich musste es nicht ständig vor allem schützen.

Ich musste nichts rückgängig machen.

Ich durfte darauf vertrauen, dass Erfahrungen Teil von Entwicklung sind.

Nicht positiv.

Nicht negativ.

Sondern einfach das, was gerade war.


Diese Sichtweise hat mir viel Kraft gegeben.


Warum es so wichtig ist, dass Mütter vorher auftanken

Gleichzeitig habe ich gemerkt: Auch wenn Erfahrungen neutral sind, brauchen Babys uns, um sie zu verarbeiten.

Und genau hier kommt die Co-Regulation ins Spiel.


👉 Ko-Regulation braucht Kraft.

Ich erinnere mich gut an Momente, in denen ich selbst müde war, innerlich schon voll –und trotzdem halten wollte.

Da wurde mir klar, wie wichtig es ist, dass auch ich Raum habe.


Ein kleiner Perspektivwechsel für Familienfeiern

Vielleicht kennst du diese Situation:

Auf der Feier sind plötzlich alle da. Und viele sagen liebevoll: „Gib mir das Baby, ich halte es gern.“

Ich habe mich dabei oft hin- und hergerissen gefühlt.

Heute sehe ich es manchmal so:

Nicht als „Abgeben“. Sondern als Auftanken.

Ein paar Minuten:

  • in Ruhe essen

  • mit Erwachsenen sprechen

  • durchatmen

  • kurz nur du sein

  • vielleicht ein kleiner Spaziergang draussen


Nicht aus Pflicht.

Sondern aus Fürsorge.

Für dich.

Und damit später auch für dein Baby.


Denn dein Baby braucht dich – besonders nach den Feiertagen

Wenn dein Baby nach Weihnachten mehr weint, mehr Nähe sucht, oder schwerer in den Schlaf findet,

dann ist das kein Zeichen von Verwöhnung. Und auch kein Hinweis, dass du etwas falsch gemacht hast.

Es ist Verarbeitung.

Und diese Verarbeitung braucht:

  • Nähe

  • Präsenz

  • jemanden, der innerlich da bleibt


Genau deshalb darf Raum für dich kein Luxus sein. Sondern eine stille Form von Vorbereitung.


Ein Gedanke zum Mitnehmen


Vielleicht darf Weihnachten dieses Jahr nicht perfekt sein.

Aber ehrlich. Und verbunden.

Mit dir selbst. Und mit deinem Baby.

Nach den Feiertagen teile ich mehr darüber, warum Babys weinen, was die Biologie dahinter sagt und warum Weinen ein wichtiger Teil von Regulation ist.

Wenn dich das berührt, begleite mich gern weiter.


 
 
 

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