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Warum das Wort "Führung" so viele Mamas triggert

Autorenbild: Isabelle
Isabelle
1. Okt.
3 Min. Lesezeit

Diese Woche ist mir dreimal dasselbe begegnet.

In einer Beratung am Morgen. In einer Kurzberatung am Vormittag. Und am Abend im Erstgespräch mit einer neuen Familie.

Immer wieder derselbe Satz, nur in leicht anderen Worten: "Mir fällt es so schwer, in Führung zu gehen. Grenzen setzen kann ich einfach nicht."

Eine Mutter hat es besonders klar formuliert: "Das Wort Führung triggert mich mehr als das Verhalten meines Kindes."

Das hat mich nicht überrascht. Und trotzdem hat es mich berührt.


Ein Gedanke, der weiterführt

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich geschrieben, dass Wut keine Störung ist, sondern eine Sprache. Dass Kinder in der Autonomiephase – oder, wie ich es lieber nenne, in der Entwicklung der starken Gefühle – Führung brauchen, um sich sicher zu fühlen.

Das stimmt nach wie vor. Aber diese Woche wurde mir nochmal bewusst: Der Grund, warum Führung im Alltag so oft nicht gelingt, liegt selten daran, dass Eltern es nicht wollen.

Er liegt daran, dass das Wort selbst schon Widerstand auslöst.


Woher dieser Widerstand kommt

Viele von uns sind mit einem sehr engen Bild von Führung aufgewachsen. Führung bedeutete: laut werden. Bestimmen. Keine Widerrede dulden.


Kein Wunder, dass wir als Eltern nicht so sein wollen.


Also schlagen wir in die andere Richtung aus. Wir erklären. Wir fragen. Wir verhandeln. Wir wollen alles richtig machen, liebevoll sein, unser Kind ernst nehmen.

Und doch spüren viele: Irgendetwas fehlt. Der Alltag wird nicht ruhiger, sondern unruhiger.


Führung ist nicht das Gegenteil von Liebe

Hier liegt, glaube ich, das grösste Missverständnis.

Wir denken, Führung und Liebe stehen sich gegenüber. Entweder bin ich bestimmend – oder ich bin einfühlsam. Entweder ich setze Grenzen – oder ich nehme die Gefühle meines Kindes ernst.

Aber das ist keine Entweder-oder-Frage.

Ein Kind, das keine Führung bekommt, fühlt sich nicht freier. Es fühlt sich unsicherer. Denn sein Nervensystem sucht ständig nach Orientierung – und findet sie nicht, wenn alles verhandelbar ist.

Grenzen setzen heisst nicht: "Ich mag dich jetzt weniger."

Es heisst: "Ich halte das gerade für dich, weil du es selbst noch nicht halten kannst."


Der erste Schritt ist kleiner, als du denkst

Was mir in den Gesprächen dieser Woche besonders wichtig war: Niemand muss von heute auf morgen "in Führung gehen".

Das ist kein Umbau der eigenen Persönlichkeit. Es ist ein kleiner, bewusster Moment.

Zum Beispiel: Statt zu fragen "Mir gö hei, isch guet?", einfach zu sagen: "Mir gö jetz hei."


Mehr nicht. Ein Satz. Eine Situation. Ein Anfang.


Dein Kind darf dabei protestieren. Du bleibst einfach ruhig daneben – ohne zu diskutieren, ohne dich zu rechtfertigen.

Das allein ist schon Führung.


Du bist mit diesem Widerstand nicht allein

Wenn das Wort "Führung" auch bei dir etwas auslöst – Unsicherheit, vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen – dann möchte ich dir eines sagen: Das macht dich nicht zu einer schlechteren Mutter. Es zeigt nur, dass du nie gelernt hast, wie sich gesunde Führung anfühlt. Die meisten von uns nicht.


Genau solche Themen besprechen wir in "Mama im Zentrum". Ehrlich, ohne Bewertung, im Austausch mit anderen Mamas, die genau das Gleiche erleben.

Die nächsten Termine: 21.10. und 28.11., jeweils um 20:00 Uhr.

Wenn du mehr über Führung, Grenzen und die Entwicklung der starken Gefühle sehen willst, findest du auf meinem Instagram regelmässig kleine, alltagstaugliche Impulse dazu.


Übrigens: Als Mitglied von Mama im Zentrum hast du auf alle meine Gruppenkurse Rabatt. Zum Beispiel auch auf meinen Kurs zu Wut und den starken Gefühlen am Dienstag, 13.10. um 20:30 über Zoom.


 
 
 

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